Die Biografie von Shlomo Kallner, Kaunas (in Bearbeitung)
Kurzbiografie und Stationen seiner Verfolgung
- geboren am 15.12.1915 in Kowno/Litauen, Eltern Jecheskiel und Dora KALLNER geb. Lewin
- 1922-1927 Volksschule Kaunas
- 1929-1934 Gymnasium
- 1934-1937 Handelsschule Kaunas
- 1937-1938 Militärdienst
- 1939-1940 Angestellter Verkaufsmanager Fa. Jedidja & Bloch
- 1940-1941 Geschäftsleiter
- 6.7.1941-16.7.1944 Ghetto Kaunas
- 18.7.1944-22.7.1944 KZ Stutthof,
- 22.7.1944-2.5.1945 KZ Dachau #84839, Landsberg/Lech, Befreiung bei Wolfratshausen/Buchberg ,
- DP Lager Buchberg,
- August 1945 München Gebsattelstrasse
- Ende 1945- August 1947 Berlin,
- 28.10.1947 / 29.6.1948 München Gebsattelstrasse 6-10?
- August 1948 Israel
Seine Ehefrau und seine Tochter wurden während der Verfolgung ermordet.
Vor der Verfolgung
Vor dem Kriege lebte ich in Kaunas, und nach der Absolvierung meiner Studien, rückte ich zum Militär ein.
Dann nahm ich eine Anstellung bei der Firma Jedidja und Bloch ein, und verdiente 800 Lit monatlich.
Als die Russen Kaunas besetzten, verdiente ich 2,600 Rubel monatlich.
EE Gesundheitsschaden, Tel Aviv, 25.12.1961
Ich möchte bemerken, dass ich ca. Ende Februar dieses Jahres die Prüfung als Angehöriger zum deutschen Sprach- und Kultur-Kreis bestanden habe.
Ich habe in Kowno eine Volksschule besucht, anschließend ein Gymnasium und das Abiturium gemacht; als Fremdsprache lernte ich in der Schule deutsch, in meinem Elternhause wurde deutsch gesprochen.
Nachdem ich im Jahre 1937/1938 meinen litauischen Militärdienst absolvierte, wurde ich kaufmännischer Angestellter bei der Firma JEDIDIA & BLOCH, Kowno, wo ich bald den Posten eines Verkaufsmanagers bekleidet habe. Ich verdiente ca. 800.-- Lit. monatl.
Als nach dem deutsch-russischen Vertrage Litauen von den Russen besetzt wurde, wurde ich als Geschäftsleiter im „Staatlichen Warenhaus“ eingesetzt, wo ich bis zum Sommer 1941 2.600.-- Rubel monatlich verdiente. Als im Sommer 1941 der deutsch-russische Krieg ausbrach und die rassischen Verfolgungen begannen, wurde ich bald darauf in das Ghetto Kowno eingewiesen.
Eidesstattliche ErklärungE Shlomo Kallner, Berufsschaden , Zugehörigkeit zum Deutschen Sprach-und Kulturtkreris
Die Verfolgung
Als die Deutschen Kaunos besetzten, musste ich sofort schwerste Zwangsarbeit leisten. Ich arbeitete bei jeder Witterung am Flugfeld, und auch beim Brückenbau. Dort musste ich oft stundenlang im kalten Wasser stehen und bekam Anginen, Verkühlungen, usste mit Fieber weiter arbeiten und nach jeder Halsentzündung bekam ich einen Schub von Gelenkentzündung. diese Schmerzen machen mir heute noch schwer zu schaffen, besonders beim Wetterwechsel. Ich habe Schmerzen in Hand und Fussgelenken und in den Schultern. Ich begann auch an heftigen Lumbagoanfällen zu leiden, die mich heute tagelang an Bett fesseln. 1944 anlässlich der Kinderaktion wurde meine kleine Tochter uns entrissen. Kein Wunder, wenn ich an Depressionen zu leiden begann. Mein Nervenleiden verschlimmerte sich als ich schwer misshandelt wurd, es wurden mir viele Zähne dabei auch ausgebrochen, und später als im KZ Stutthof ich von meiner Frau getrennt wurde und sie nie wieder gesehen habe. Ich kam dann in das KZ Dachau, wo ich einen schweren Typhus und ein Dysenterie mitmachte.
Als die Deutschen am 21.6. in meine Heimatstadt Kowno kamen, mussten wir gelbe Armbinden und später den gelben Stern auf Brust und Rücken anlegen.-
Am 6.7.1941 wurd eich in das Ghetto Kowno eingewiesen und verblieb dort bis 16.7.1944. Dort habe ich während der ganzen Zeit Zwangsarbeit leisten müssen und zwar war ich bei Bau- und Straßenarbeiten und bei Anlage von Flugplätzen beschäftigt.
Am 18.7.1944 wurde ich in das KZ Stutthof verbracht, wo ich 4 Tage verblieb und von wo ich in das KZ Dachau transportiert wurde. Dort erhielt ich die Häftlingsnummer 84839 und verblieb dort bis zu meiner am 2. Mai 1945 erfolgten Befreiung. In Dachau habe ich während der ganzen Zeit verschiedentliche Bauarbeiten leisten müssen. Zum Beweise der obigen Tatsache überreiche ich anbei das Certificate Nr. 3136 des „Camp Office of Dachau“
EE Shlomo Kallner, Tel Aviv, 5.8.1954
Über das KZ Stutthof sind wir beide in das KZ Dachau gekommen, wo wir bis zu unserer am 2. Mai 1945 erfolgten Befreiung verblieben. im KZ Dachau hat der Antragsteller bei der Baufirma „Moll“, ich hingegen bei der „AEG“ gearbeitet.-
Zeugenaussage Aron Schabaschewitz 14.5.1954
Todesmarsch
Ich machte den Totenmarsch nach Tirol mit, und nahe bei Wolfratshausen wo ich befreit wurde, hat mich ein Auto in dem SS saßen die flüchteten, umgestoßen, ich brach mir am linken Fuß die Ferse und dieser Bruch bereitet mir heute noch heftige Schmerzen bei Wetterwechsel. Ich kann wenig gehen und stehen.
Eidesstattliche Erklärung Shlomo Kallner, 25.12.1961
Nach der Befreiung
Nach der Befreiung kam ich indas unweit Dachau befindliche DP Lager Buchberg, von wo ich Anfang August 1945 nach München fuhr. Von München fuhr ich Ende 1945 nach Berlin, um Familienmitglieder aufzusuchen, von denen mir gesagt wurde, dass sie sich dort befinden. Abgesehen davon war meine Schwester E s t e r K a l iln e r einige Jahre vorher in Berlin verstorben und ich hatte die Absicht, ihr einen Grabstein zu setzen, was ich auch tatsächlich auf dem Friedhof „Weisser See“ getan habe.-
Ferner hatte ich in Spandau einen Onkel namens Dr. Josef Kallner/Moritzstr. 2/, der in der Zwischenzeit verstorben war und dessen Immobilien während der Verfolgung zwangsveräußert wurden. Auch diese Angelegenheit habe ich in Berlin auf diese Weise geordnet, dass ich im Wege des Berliner Rechtsanwaltes Dr. Hans Friedberg die von diesen Häusern eingezogenen Mieten durch eine einstweilige Verfügung zu Gunsten der Erben meines genannten Onkels blockieren liess. Diese Angelegenheiten haben viel mehr Zeit in Anspruch genommen als ich ursprünglich dafür verwenden wollte, so dass ich bis August 1947 in Berlin verbleiben musste, wo ich zuletzt in Berlin-Wilmersdorf, Eisenzahnstr. 63 wohnte.-
Es gibt einen Eintrag für Josef Kallner, Berlin, bei mappingthelives.org. Demnach wurde er am 6.1.1881 in Mariampol / Russland geboren und starb am 20.08.1938 in Berlin.
Nach der Befreiung fuhr ich zusammen mit dem Antragsteller über das DP Lager Buchberg nach München, wo wir im Sommer 1945 eintrafen. Dort wohnten wir beide im Block Gebsattelstr. 19 und 12. Der Antragsteller fuhr Ende 1945 nach Berlin, während ich bis zu meiner im September 1948 erfolgten Auswanderung nach Israel in München verblieb. Als der Antragsteller ungefähr im August 1947 nach München zurückkehrte, wohnten wir beide im genannten Block Nr. 10, wo er polizeilich gemeldet war.
Zeugenaussage Aron Schabaschewitz 14.5.1954
Zeugen
ajwel Weiner geb. am 18.12.1920 in Kowno, Litauern, Eltern: Elieser und Dina geb. Gilz;
Jakob PERETZMAN geb. am 15.12.1902 in Zagar, Litauen. Eltern: Zwi Hersz und Frejdla geb. Liberzell
Jakob Feigin, geb. 1.I.1908 in Kowno, Litauen, Eltern: Ber, und Jenta geb. Engelsohn. Kowno, Dachau, München
Aron Schabaschewitz geb 25.6.1907 in Kowno, Litauen, Eltern: Gabriel, und Nechama geb. Hirschowitz. Ghetto Kowno, Stutthof, Dachau, München
Anmerkungen
Weitere Quellen
- Landesentschädigungsamt Berlin
Entschädigungsamt
Berlin
Anmerkungen
Beantragte Entschädigungen auf grund seiner Zugehörigkeit zum "Deutschen Sprach- und Kulturkreis". Die Prüfungskommission bestätigte die Zugehörigkeit, das Amt verneinte sie. Entsprechende Entschädigungen wurden nicht gewährt.
Bildnachweis
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